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Picknick-Phänomen

An solch einem wolkendünnen, blaubreiten Frühlingstag bot es sich geradezu an hinaus ins Grüne zu gehen und mit Sack und Pack, Decke und Gedeck, den nächsten Park aufzusuchen, um dort inmitten von blühend dekorierten Frühjahrsbäumen im warmen Gras sich ein Plätzchen zu suchen. Milde Brisen, eine greifbare Oase, farbenfroh wie eine erwachte Schönheit und die Phantasie erspinnt ein frohes Märchenwunderland.

Julien und ich haben uns nahe einem Springbrunnen niedergelassen, die Decke ausgebreitet, Kuchen auf Untersetzer kredenzt, auch Tee in einer Thermoskanne und Limonade brachten wir mit -, alles mußte nahe an der Perfektion sein. Und die Vögel zwitscherten ihre hellen Melodien.

Topfenkuchen, Vanillekuchen, auch einige Stücke Apfelkuchen brachten wir mit und auf Süßigkeiten hatten wir mehr Gusto, die lecker munden.

Angenehm war es einfach nach einer Arbeitswoche hier zu liegen, uns ausruhen, aneinanderkuscheln und unter sich das weiche Gras spüren.

Gespürt habe ich auch seine Finger in meinen, noch weicher als Frühlingsgras, noch zarter als Aprilhalme und mein Herz begann zu rasen. Das tut es immer in seiner Nähe, das mag ich auch, wenn mich seine Nähe erhitzt und die Körpertemperatur gleich um mehrere Grade ansteigen läßt.

Ich mag es bei ihm zu liegen, auch sein Herz schlägt mir entgegen, ein sanfter, zeitgleich auch aufregender Rhythmus und Julien duftet nach Frühling und nach Geborgenheit. Es ist mir wichtig mich sicher zu fühlen, zu wissen, meine Gefühlen sind bei ihm gut aufgehoben und wir pflegen sie gemeinsam, genauso wie ich um sein Fühlen weiß, er mir all seine Zärtlichkeit zukommen läßt, wodurch ich mir beschützt vorkommen darf.

Die letzte Nacht haben wir wieder viel geredet, das hilft, es erleichtert, denn dazu haben Menschen Worte gefunden, um über alles sprechen zu können und Julien und ich diskutieren alles aus -, genauso wollen wir es haben. Keine Geheimnisse! Keine aufgestauten Gefühle! Wir wollen frei und unbefangen sein, uns ein Netz weben, damit wir niemals fallen. Denn wir sehen wie Menschen selbst in einer Beziehung höchst einsam sind. Das wird uns nie passieren. Denn wir sind nicht so wie andere Menschen oder ziehen deren Unglück an. Nein, wir halten uns davon fern!

Im Vergleich zu unserem ersten Kennenlernen bin ich ruhiger geworden, ausgeglichener, meinte Julien und das mag durchaus stimmen, vor allem auch weil ich in seiner Gegenwart immer sehr aufgeregt gewesen bin, mir Worte drei Mal überlegte, um mich nicht närrisch zu verhalten.

„Du bist noch genauso wie damals“, antwortete ich ihm und lehnte mich gemütlicher zurück. „Außer…du bist noch süßer zu mir als zu Anfang.“

Diese Wahrheit lag mir auf der Zunge, brannte mir unter den Fingernägeln, und sein nachfolgendes Lächeln war mir alle Ehrlichkeit wert.

Auf der Station, auch in der Zeit danach, als wir aus dem Spital entlassen worden waren, fiel es niemanden auf, welche großen Augen wir füreinander haben. Wie tief ein menschliches Herz empfinden kann und wenn Menschen zu sehr mit sich selber beschäftigt sind, merken diese nicht, was um sie herum passiert -, das war unser Glück. Wir haben uns abgeschirmt, eine Blase über uns gezogen, eine Art von Tarnumhang, indem wir alle Verdachtsmomente von uns ablenkten und hier kam uns der Egoismus der Menschen sehr entgegen. Wir lernten zu Sein und nicht zu Sein, wir boten eine gute schauspielerische Leistung in der Gruppe ab, damit niemand hinter unsere Brust schaute oder emotionale Indizien vorfand. Das war anstrengend, zeitweise kostete es enorm viel Kraft, nicht weil wir den Menschen nicht vertrauten, sondern weil wir ihnen mehr zutrauten als sie sich selber. Das war paradox, aber eine Notwendigkeit, denn ihre Vorstellung von Freundschaft und unsere gingen doch sehr weit auseinander und mit Charakterkühle, Gemütsseichtheit oder emotionaler Oberflächlichkeit, die sie an den Tag legten, konnten wir nichts anfangen. Für sie bedeutete der erste Rang in einem Videospiel mehr als jemanden zuhören und sie besaßen mehr Spielstunden als Freundschaftsstunden am Konto. Mit solch Menschen kann nicht über ernste, wichtige, vernünftige Dinge gesprochen werden, Ausgeschlossen!

Wir erinnerten uns an die ersten zärtlichen Momente, süß und unbeholfen, vorsichtig und scheu, als wären wir aus dünnstem Porzellan und bei einem starken Atemhauch drohten wir zu splittern. Heute sind wir nicht mehr schüchtern uns zu berühren, ganz im Gegenteil, es macht Spaß, wir erfahren Nähe und wie intensiv wir uns zueinander hingezogen fühlen, denn Liebende sollten einander treu sein und einander auch offenbaren.

„Wieso ich?“, fragte Julien mich einst. „Wieso hast du dich für mich entschieden?“, schien diese Frage für mich hehren Ursprungs zu sein.

„Wärest du ein Mädchen, dann hätte ich mich in ein Mädchen verliebt. Wäre das Mädchen ein Junge, so hätte ich mich in einen Jungen verliebt. Es spielt keine Rolle, Julien, es spielt absolut keine Rolle, ob ich mich in ein Mädchen oder einen Jungen verliebe. Ich habe mich in den Menschen, der du bist verliebt, das ist alles. Das Herz kann man nicht betrügen, vor allem nicht, wenn es die wahre Liebe erfahren darf.“

Genau diese Worte habe ich vor ihm benutzt, daran erinnere ich mich noch, auch weil ich ein ausgesprochen gutes Gedächtnis habe und mir Gespräche oder Dinge, die auch schon Jahre zurückliegen, wortgetreu wieder aufrufen kann. Eine wundervolle dankbare Gabe wie ich finde!

Niemanden brauche ich wohl sagen wie frühlingssüß und wolkenheiß Küsse heute schmeckten. Viel fruchtiger, viel weicher als die mitgebrachten Kuchen und es mag kitschig klingen -, vielleicht tut es dies auch -, aber ich kann von seinen Lippen einfach nie genug bekommen. Das Gefühl mich fallen zu lassen, frei sowie unbeschwert, wie in eine Umarmung aus Feenstaub, da jede Berührung magisch ist und mir Flügel verleiht.

Der heutige Picknicktag war fabelhaft und oftmals glühten wir heller als die Sonne, die uns freundlich begegnete, den Samstag in einem herzlichen Licht enthüllte und uns ebenso einander näher zuwandte.

Das Leben kann so schön sein.

Ob mit geschlossenen oder offenen Augen!

 

21.4.18 19:39


Leid einer Generation

Liegt die Leichtigkeit, Unbeschwertheit, ein Schweben und Dahingleiten in die Tage wirklich am Frühling oder entspringt es der Einbildungskraft? Wollen wir uns die Tage schönreden, um zu verdrängen, zu vergessen, um ähnlich wie über ein verdorbenes Stück Leben eine Käseglocke zu stülpen? Es gibt gute und es gibt ungute Zeiten! Es gibt Kummer und Verdruß! Und auch der Frühling hat nicht immer auf alles eine Antwort.

In der Schule haben wir gelernt, im letzten Weltkrieg haben Soldaten den Frühling in Schützengräben verbracht, am Grab eines Freundes gebetet, für seine Seele, aber auch damit die Grausamkeit, die sich Menschen zufügen können, bald aufhören und es wieder Frieden gibt.

Wie grauenhaft Menschen zueinander sind ist bekannt, nicht nur aus den Geschichtsbüchern, dafür reicht es die Zeitung aufzuschlagen, Schlagzeilen verfolgen. „Flüchtlinge haben schon wieder eine Minderjährige sexuell belästigt“ oder „Islamische Kindergärten finanzieren Terrorzellen“, „Erdogan läßt seine Kindersoldaten Leichen spielen“, oder „Freispruch für Asylanten nach Vergewaltigung an einem 15jährigen Mädchen“, und derzeit läuft in Ungarn der Prozeß gegen Schlepper, die mehr als 70 Personen in einem luftdichten LKW haben ersticken lassen.

Was für eine Welt!

In Wien sehen wir tschetschenische und türkische Zuhälter mit den minderjährigen Mädchen im Schlepptau, die sie nicht nur an alte Männer verkaufen. Kleine Kinderaugen, die in eine bessere Zukunft sehen wollen und nicht weiter als bis zum Elend vor der Haustüre kommen. Diese Mädchen haben mehr von der Welt gesehen und erlebt als andere Kinder in ihrem Alter, ob sie nun 12 oder 13 Jahre sind, obwohl sie ihre getragene Schminke älter aussehen läßt. 20 Euro für 30 Minuten, da dreht sich einem der Magen um und Tränen springen mir in die Augen. Wenn die Armut zum Hunger wird, Hunger weh tut, das Leben nicht mehr leistbar ist und die Geschwister nach etwas zu Essen schreien, dann greifen viele zu extremen Mitteln, aber: extreme Zeiten fordern eben auch extreme Maßnahmen. Und die Politik hat gewisse Bezirke schon aufgegeben, die nicht mehr zu kontrollieren sind und ähnlich wie in Schweden trauen sich die Uniformierten gar nicht mehr in gewisse Gegenden.

Wir sehen diese Mädchen in ihren knappen Sachen stehen, ob im Park, ob am Straßenrand, immer von bulligen dunkelhäutigen Begleitern verfolgt, die sie mit Drogen versorgen und sie süchtig machten, denn anders ist dieses Leben nicht mehr zu ertragen, außer bis zum nächsten Schuß. Die Menschen gucken weg, weil sie es nicht glauben, es nicht für wahr halten, denn im Fernsehen ist davon nicht die Rede und was die Menschen heutzutage im Fernsehen schauen und im realen Leben vorfinden sind zwei paar Schuhe -, das Fernsehen ist für viele zum authentischen Leben geworden und alles, was auf der Straße passiert, sind nur Verschwörungstheorien und Hetzparolen.

Und so gehen die Menschen blind und taub am Leid einer jungen Generation vorbei! Wie sollen diese Kinder jemals Würde erfahren, wenn sie ihnen schon in jungen Jahren genommen worden ist? Wie Wertschätzung spüren, wenn sie als entwertet gelten? Wie wahre Liebe, wenn sie lieblos und wie eine Ware behandelt werden? Unschuldige zahlen den höchsten Preis! Das ist schon immer so gewesen und wird auch immer so sein!

Die Wahl wird ihnen von der Wirklichkeit abgenommen und nicht mal genug Make-up kann die Tränen glaubhaft überschminken!

21.4.18 15:03


Melodie des Lebens

Wieso aufstehen? Wieso auf den Handywecker hören? Gerade in Momenten in denen es wunderbar warm unter der Decke ist heißt es plötzlich auf in den Alltag, arbeiten gehen, die Morgenruhe verlassen, mag auch schon genug Sonne zum Fenster als Willkommensgruß hereinbrechen.

Umso schöner, entzückender, umso dankenswerter ist es da noch einen Kuß mitnehmen, zwei, drei, eine ganze Serie, gefolgt von Umarmungen und…ja, noch sehr viel mehr bevor man am offenen Fenster steht und die Morgenbrisen angenehm über Brustkorb und Schultern hinwegziehen.

Es heißt je attraktiver ein Mensch riecht, umso näher liegt der genetische Code beieinander. Vermutlich riecht für mich Julien ungeduscht besser als danach; nach warmer Vanille, obwohl ich Erdbeeren mag, aber Julien duftet nach leckerer warmer Vanille, wodurch es mir alle Sinne raubt.

Für ihn rieche ich nach Zimt, sinnlich und betörend, also nach süßem Zimt und er meint mich auspacken ist wie ein Weihnachtsgeschenk öffnen.

Kein Wunder, daß ich bei diesem Vergleich sofort rot bis über beide Öhrchen anlief, mir die Knie puddingweich geworden sind und ich ihn küßte.

Mit solch liebenswürdigen, netten Komplimenten geht man umso frohgemuter in den Tag hinaus, zur Arbeit und trägt ein Lächeln vor sich hin.

Eines von Julien getragenen T-Shirts habe ich mir angezogen, einfach weil ich gerne nach ihm riechen wollte und er fand es sehr schmeichelhaft.

 

Nachmittags haben wir gekocht, asiatische Küche, Gemüse, Reis, Kochspaß mit lauter Musik und jede Menge an appetitanregenden Zutaten.

Später werden wir uns Topfenkuchen mit Tee oder Kaffee zustellen und das frühlingshafte Wochenende langsam auf uns zukommen lassen.

Sollte das gemütliche Wetter anhalten, es keinen plötzlichen Regeneinbruch geben, werden wir Morgen rausgehen, uns eine trockene sonnenerwärmte Wiese suchen und ein Picknick machen. Das wäre prima, echt super, vorher noch leckere Köstlichkeiten zusammenstellen und dann ab ins Grüne. In meinem Kopf stellte ich schon alles zusammen, Decke, Mehlspeise, Leckereien und sortierte auch die Playlist durch.

Wir saßen am Balkon, die Sonne hatte die Fliesen erwärmt und wir rückten den Sitzsack zurecht bevor wir uns darauf niederließen und uns an den Händen hielten. Noch immer werde ich angenehm nervös berühren wir uns an den Fingern, das fällt ihm natürlich auf, aber er findet es niedlich. Seine Hand ist viel wärmer als meine, obwohl ich völlig entspannt bin, doch nach dem ersten Kuß werde ich auch in mir immer lockerer.

Wir redeten von früher, über unsere vergangenen Beziehungen, Liebeskummer, mal kindisch, dann pubertär dramatisch und all die typischen jugendlichen Krisen, die es nicht nur in unserem Leben gegeben hat, weil auch diese Talfahrten zu den Erfahrungswerten hinzuzuzählen sind.

Julien ist sogar schon mal gestalkt worden, das ist mir zum Glück noch nie passiert, aber gewisse Menschen waren schon ziemlich anhänglich, vor allem auch als ich erklärte die Beziehung sei vorbei, wir sind nicht kompatibel, aber für viele Menschen gibt es offenbar kein Nein als Antwort.

Natürlich hatte auch ich mich verliebt, mal bis, dann wieder fast bis über beide Ohren, allerdings messe ich diese damalige Verliebtheit mit meinen jetzigen Gefühlen Julien gegenüber, ist es kein annähernder Vergleich und es liegen Welten dazwischen. Mein Herz ist nun durch ihn wissend gemacht worden. Es hat sich geöffnet, ihm zugewandt und schlägt im selben Takt. Eine Harmonie sondergleichen und wunderschön!

Mit jeder neuen Erfahrung wächst man auch am Erlebten mit.

Jedes kleine oder große Abenteuer führt einen ins Erwachsenwerden hinein, so auch mich!

Auch ich bin an Erfahrungen und Gefühlen gereift!

20.4.18 17:46


Vor dem Horizont

Wir haben nie verstanden wie es Eltern fertig bringen ihre eigenen Kinder fallen zu lassen, bloß weil wir nicht in ihre Fußstapfen treten wollen oder ihrer Ansicht nach perfekt geraten sind. Oder mit unfreien Willen in ihre Welt eintauchen ohne Fragen zu stellen, oder selbständig zu denken.

Wir haben nie verstanden, wieso sie uns unbedingt ihre Ansichten und Meinungen, ihre gesamte Weltanschauung, aufzwingen wollten, einzig damit sie es mit uns leichter haben und keine Kompromisse eingehen brauchen, um mit unserer Persönlichkeit konfrontiert zu werden.

Wir haben nie verstanden, warum wir wie unsere Eltern sein müssen, absolut und ohne Abweichungen, allein um ihnen den Umgang mit uns zu erleichtern, damit sie sich weniger mit unseren Eigenheiten, unseren Gedanken, unserem adoleszenten Charakter zu beschäftigen brauchen.

Wir haben nie verstanden aus welchen Gründen unsere Eltern keinen emotionalen Zugang zu uns gefunden haben, als ob sie aus Stein und wir aus Pudding wären. Schon eine einzige Umarmung kann das Eis brechen, den Kontakt aufbauen und zwei Herzen zueinander hinführen.

Wir werden wohl auch nie verstehen, weshalb unsere Eltern aufgehört haben uns zu lieben, nur weil wir unsere Gefühle nicht unterdrücken, Julien und ich uns zueinander hingezogen fühlen und diese Liebe unseren Eltern unheimlich ist und ihnen sogar widerliche Angst bereitet.

Ich darf trotz allem mit meinen Eltern nicht böse sein, das Einzige was ich in mir drinnen empfinde ist Traurigkeit und ich habe Mitleid mit ihnen!

 

Trotz all der lebensbeschwerlichen Widrigkeiten um uns herum denen wir tagtäglich ausgesetzt sind geben wir uns Halt und sind uns eine Stütze. Um ehrlich zu sein bin mittelschwer sozial phobisch und so hilft es mir, wenn ich während der Arbeit von Julien eine SMS erhalte oder eine Mail mit einem lustigen Bild zur Aufheiterung, es verkürzt die Zeit bis zu unserem Wiedersehen und sitze ich im Zug bin ich schon halb in seiner Nähe.

Es hilft zu telephonieren, seine Stimme hören, ob kurz bevor ich ins Gebäude trete oder nach der Arbeit Schluß habe. Einfach zur Sicherheit.

Unter fremden Menschen bin immer scheu, zurückhaltend, schrecklich introvertiert, wodurch ich auch in der Arbeit kaum Anschluß finde und mich sowieso schon alle für seltsam und merkwürdig halten. Aber jeder ist eben keine Unterhaltungsmaschine oder strotzt nur so vor Selbstsicherheit.

Anders bin ich bei Julien, da ich ihm vertrauen kann, er mir sein Vertrauen gibt und das verbindet und sorgt für eine bodenständige Ebene worauf wir aufbauen können und den Alltag zusammen meistern. Gehen wir hinterher noch einkaufen oder besorgen Kleinigkeiten für die Wohnung, lasse ich all diese vormittags angehäufte Unsicherheit woanders zurück -, an einem weit entfernten Ort. Bei Julien bin ich dann viel selbstsicherer.

Julien meint, ich gebe ihm Ruhe, sorge für seine Ausgeglichenheit, aber dabei freuen wir uns gegenseitig aufeinander und Hand in Hand spazieren ist als sind wir der sichere Hafen füreinander, ein beschützter Ankerplatz. Wir stehen Beide fest im Leben und das soll auch so bleiben.

Es ist nicht immer einfach, bestimmt nicht, aber dann sagt er so nette, süße Sachen zu mir, die mir alle Zweifel nehmen. Julien sagt: „Was wäre ich bloß ohne dich!“  oder: „Ohne dich wäre ich nur ein halber Mensch!“ oder auch: „Dieses Leben ist nur gemeinsam lebenswert!“

All diese ausgesprochenen, mehr als freundlichen Worte, seine Herzlichkeit mir gegenüber, kann ich ebenso nur mit gleichwertiger Offenheit erwidern. Und es ist wie damals im Krankenhaus als wir uns annäherten, langsam und vorsichtig, bis wir voreinander sicher zu atmen begannen.

Noch heute rast mein Herz in seiner Nähe! Noch heute erhöht sich meine Körpertemperatur bei ihm! Julien ist ein Magnet und ich lasse mich gerne von ihm anziehen! Julien ist für mich wie mein Heimatplanet und lediglich auf seiner Umlaufbahn fühle ich mich sicher und geborgen!

19.4.18 21:31


Hinter den Kulissen

Zusammen aufwachen! Zusammen den Tag beginnen ist als nimmt man einen schönen Traum mit in den noch schöneren Morgen und wenn dazu noch die Sonne alle Wolken teilt, ein blankes blaues sowie tröstliches Azur den Fensterblick freimacht, möchte ich mich in die erste Frühlingsstunde kuscheln wie ich mich an Julien ankuschele. Ich mag es zu lächeln noch bevor ich die Augen öffne und ich mag es umso mehr Julien lächeln zu sehen, wenn er mich die Augen aufschlagen zieht. Mir wird dabei ganz wohl um die Brust und seine Nähe macht mich strahlend.

Zärtlichkeiten am Morgen lassen den Rest des Tages irgendwie unscheinbar dastehen. Ein Kuß, der Welten verspricht und noch mehr hält. Eine Berührung, die mich den gesamten Tag hindurch ausfüllt als würde ich die süße Sonne unter der Haut spüren, aber sie verbrennt mich nicht.

Sicher, ich weiß, eine Sonne kann nicht süß sein, aber ich halte sie für einen riesengroßen Feuerball und ich mag es wie eine Kugel Zitroneneis darunter zu schmelzen, wenn Julien mich schon morgens umarmt, wir Wärme und Liebkosungen austauschen, denn verliebte Paare tun dies.

Seine großen, liebreizenden, entzückenden Augen lassen mich rätseln und dabei sprechen sie unentwegt zu mir und lassen doch Fragen stehen auf die ich eines Tages die Antwort in mir finde. Die Finger lege ich an sein Gesicht, er tut es umgekehrt, wir schieben uns enger zusammen und lassen keinen Zentimeter Raum zwischen uns und sein Haar riecht nach Schläfrigkeit, seine Haut nach uns und Julien Atem nach dem nächsten Kuß. Sein Herz pocht mir entgegen lege ich die Hand auf seine Brust, ein Gefühl von Leben und Lebendigkeit und vergleiche ich unseren Teint sind wir Beide frühlingstypisch Blaß; nicht wie die Wolken droben am Donnerstagshimmel, aber letztes Jahr hat sich zu wenig an Sonne in die weißgestrichenen Krankenzimmer verirrt und hiernach kamen die betrüblichen langen, kalten, sonnenlosen harten Wintermonate.

Nun liegen wir hier, kaum zu fassen, wirklich kaum zu vergleichen, dachten wir seinerzeit die Stationszeit würde nie vorübergehen und wie Julien oft auch sagt, unsere Aufenthaltszeit war Glück im Unglück. Wir trafen einander, wir lernten einander kennen und darüber hinaus noch viel mehr.

Damals dekorierten wir die Spitalszimmer, später unsere eigenen. Wir hörten dieselbe Musik, lasen die gleichen Bücher und redeten darüber, wodurch wir noch näher zusammenkamen, uns zuhörten, uns einen Einblick in unser Innerstes verschafften, um einander noch besser zu verstehen und bald schon erzählten wir uns die tiefsten erschütterndsten sowie auch wundervollsten Geheimnisse als würden wir uns schon ein Leben lang kennen. Inmitten von Kanülen, Infusionsbeutel und Desinfektionsgeruch haben wir unsere ganz eigenen Paradiese erschaffen.

Heute leben wir darin, was uns auch viel abverlangte, es Kraft, Nerven, Emotionen und den Bruch mit unseren Familien gekostet hat.

Eltern sollten das Glück ihrer Kinder wertschätzen und auch unsere Wünsche über ihre eigenen stellen, denn aus Sturheit und Egoismus kann niemals eine Gemeinsamkeit entstehen, dafür sollte jeder ein Stück weit auf den anderen zugehen. Wie auf einer Brücke, wo wir uns in der Mitte begegnen. Aber unsere Eltern wollten diese beschützte Brücke eingerissen, unerbittlich und ganz, da sie keine Meinung über ihre zulassen.

 

Bald hat sein Dad Geburtstag, wir redeten natürlich darüber, auch über den unglückseligen Umstand, wir werden mit Sicherheit nicht willkommen sein, hat er Anfang des Jahres Julien aus dem Haus gejagt und das nur weil sein Dad noch in seiner intoleranten alten Welt Zuhause ist. Wenn Menschen mit dem Verstand im vorigen Jahrhundert steckenblieben, für Worte oder ein Gespräch unzugänglich sind, wie soll man mit ihnen auf einen grünen Zweig kommen, da sie weder ihre eigene noch unsere Welt verstehen wollen? Vorurteile sind immer ein schlechter, blinder, engstirniger und auch herzloser Ausgangspunkt. Vielleicht hat seine Mum Juliens Dad deswegen schon vor Jahren verlassen, weil es kein Miteinander mehr geben kann und als Julien älter geworden ist merkte auch er welch Umbruch schon längst in seiner Familien stattgefunden hat.

Bei mir verlief es ähnlich, bloß mit der Hintergrundgeschichte, woraus ein Weggang von meiner Familie ihnen und mir die Entscheidung eher als Entgegenkommen angesehen werden kann, weil wir noch nie Gemeinsamkeiten besaßen, weder Interessen teilten, noch sie meinen Charakter oder meine Gefühlsdimension verstanden, wodurch eine Annäherung praktisch auch nie über all die Jahre seit der Jugend möglich gewesen ist.

Meine Eltern und ich sind grundverschieden, das sind wir immer schon gewesen, und in der Pubertät ist es natürlich gravierender geworden, auch weil ich mehr über mich nachdachte, über meine Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume und als ich ins Krankenhaus kam, dort auf Julien traf, wir uns verliebten, bescherte diese Liebe uns Beiden die Hölle auf Erden, so entschieden wir nicht mehr länger in dieser Hölle brennen zu wollen und sind ausgezogen. Eine Entscheidung, die zwar in Bezug auf unsere Familien, den Bruch allgemein, traurig macht, aber leider seither zu keinem klärenden Gespräch geführt hat, auch weil sie uns seit Monaten nicht mehr kontaktierten als ob wir für sie gestorben sind.

Julien und ich halten uns so gut es geht über Wasser und mögen wir zwar bloß in Teilzeitjobs in einem Supermarkt tätig sein, sind wir dennoch froh darüber auf diese Weise unsere Existenz und somit auch in weiterer Folge unser gemeinsames Leben dadurch weiterführen zu dürfen.

Wir leben und vor allem leben wir zusammen! Das ist das Wichtigste und trotz der dunklen Vergangenheit halten wir uns eine helle Zukunft offen!

Denn, wenn abends die Sonne untergeht, sie eine Seite der Welt in Dunkelheit hüllt, geht sie an einem anderen Ort auf und schenkt neue Hoffnung!

19.4.18 15:35


Frühlings(wieder)erwachen

In meinem Leben habe ich viele Entscheidungen getroffen, wie sie auch andere Menschen treffen; viele sind gut ausgegangen, einige schlecht, und wiederum andere haben bis heute Auswirkungen als ob ich einen Stein ins Wasser warf und dessen Wellen sich bis in die Gegenwart zeigen.

Seit wir von Zuhause aus- und in eine gemeinsame Wohnung eingezogen sind, erleichtert es vieles, vor allem weil ich meinen und er seinen Eltern keine Rechenschaft ablegen muß. Die Distanz kommt uns hierbei gut entgegen. Und fünfzig Kilometer von den Eltern entfernt wohnen erspart uns spontane oder plötzliche Besuche oder ebenso eine unerwünschte penetrante Kontrolle. Unabhängigkeit hat durchaus seine Vorteile.

Heute gingen wir spazieren, Hand in Hand, wobei wir manchmal in ein genußvolles Schweigen versinken, uns einfach spüren, die Haut an den Händen und Fingern, Wärme und Sicherheit. Und ich mag es sehr, sieht er mir in die Augen und beschreibt welch schöne Farbe er darin sieht.

Noch immer werde ich dabei ganz rot, rot bis über beide Ohren, nicht weil ich seine Komplimente nicht gewohnt bin, sondern weil mich der Klang seiner Stimme noch immer heiß erschaudern läßt. Schmetterlinge und Feenflügel habe ich im Bauch. Alles flattert so wild und mir wird wärmer.

Wir haben eine Stelle im Park, die vor der Kirche liegt, eine kleine lauschige Grünanlage wo wir uns auf der Bank niederlassen und dasitzen.

Behaglich ist es in seiner Nähe und es riecht nach Frühling, Nachmittag und Julien selbst. Den Kopf an seine Schulter legen und es genießen, während er den Arm um mich legt, ich ihn festhalte und mit seinen Fingern spiele. Diese kleine zärtliche Verspieltheit ist traumhaft schön.

Nach dem strengen Winter stehen die Bäume wieder einigermaßen im grünen Kleid und in Gedanken rufe ich schon den Sommer laut herbei.

Julien fragte mich, ob ich friere, weil doch etwas frischer Wind ging, aber ich drückte das halbe Gesicht nur noch mehr in die Seite und seine Körperwärme ließ mich zufrieden lächeln. Als ich Julien fragte, woran er denke, meinte er bloß, es würde mich nur betrüben und er wolle es lieber für sich behalten. Das fand ich nicht in Ordnung, das gab ich ihm auch zu verstehen, weil wir doch sonst auch über alles reden und keine Geheimnisse voreinander haben. Also, da es mir am Herzen lag, erzählte er mir welch Dinge ihn beschäftigten und er mit den Gedanken noch immer in bestimmten Momenten ins Krankenhaus zurückkehre. Die einzig gute Sache, verriet er mit, die er mit dem Spitalsaufenthalt verband war mich dort getroffen zu haben. Glück im Unglück! Und trotz des Grundes unserer Stationszeit fanden wir immer wieder Möglichkeiten das Alltagsweiß der Mauern farblich zu gestalten. Und nachdem wir uns gegenseitig die Namen unserer Infusionsständer verrieten, fanden wir uns gleich sympathisch, weil wir uns von Anfang an offen und vorurteilslos begegnen. Bestimmt auch, obwohl wir uns nur im Aufenthaltsraum trafen, uns die Spitalsumgebung eine Art von merkwürdigem Schutzraum bot. Außerhalb des Gebäudes wären wir uns bestimmt niemals so nahe gekommen. Wir wären aneinander vorbeigelaufen, hätten uns vielleicht kurz angesehen und das war es dann auch schon mit Blickkontakt.

Diese Frage stellten wir uns auch, ob wir einander angesprochen hätten, draußen auf der Straße, wenn wir nicht die Gemeinsamkeit des Krankenhauses gehabt hätten, und bis heute hat niemand darauf eine Antwort. Und wenn, dann behalten wir sie aus Furchtsamkeit für uns.

Aber ich weiß, ich bin mir sicher, hätte ich Julien auf der Straße getroffen, auf der Haltestelle oder in einem Geschäft, nie hätte ich den Mut aufgebracht ihn anzusprechen, aber im Aufenthaltsraum warfen wir einen Blick auf unsere Infusionsständen und das schuf eine Verbindung. Wir fanden Verständnis füreinander, einen raschen Gesprächszugang, und nach den ersten weichen Sätzen erkannte ich gleich anhand seiner Formulierungen welch tiefe emotionale Reife Julien ausfüllte. Julien spielte seinen eigenen Aufenthalt runter und konzentrierte sich auf mich.

Oft dachte ich, erzählte ich ihm von mir, er wäre von meiner zu gefühlvollen Art zu reden abgestoßen oder ich langweile ihn, da ich mir selber sehr oft vorkomme als bestehe ich nur aus Gefühl -, zart besaitet bin ich schon immer gewesen und nahe am Wasser gebaut -, Julien hingegen lächelte immer und betonte, gerade meine gefühlstiefe Weise zu sprechen sei es, die mich authentisch macht und ihm einen Blick in mein Innerstes gewährt. In seiner Gegenwart solle ich nie denken meine Gefühle mir selbst oder ihm gegenüber seien für ihn uninteressant oder öde.

Heute redeten wir ähnlich und vertieften die Worte, ließen jedes Fühlen wirken, mild wie der Frühling bis er zärtlich an meinem Ohr zu knabbern begann. Das mag ich ganz besonders, meine Schwachstelle sozusagen und es beschleunigte meinen Atem bis mein Herz schneller schlug.

Küsse schmecken im Sonnenschein noch süßer, sein Körper zog mich an, er roch wie ein Stück Frieden und Geborgenheit für mich -, eine Insel zum Wohlfühlen, eine vertraute Oase. Je enger wir die Lippen aneinanderpreßten, desto greller schien auch die Sonne über uns zu leuchten. Mir wurde wärmer, so wohlig, auch sein Puls ging höher, denn unsere Hände fanden einander wie unser Rhythmus auch im selben Takt dahinging.

Mehr als Frühlingserwachen!

Mehr als Nachmittagsfühlen!

Mehr als Wolkendeuten!

Mehr als die Sonne küssen!

Es ist UNSERE LIEBE!

18.4.18 17:32


Verlustängste

Heute Nacht merkte ich es wieder Mal als ich neben Julien lag und ganz nervös geworden bin, ich halb steif wie ein Brett dalag, mich in die Decke krallte und mein Atem schnell ging. Insgeheim dachte ich mir, wünschte ich mir noch mehr, er möge das wilde Schlagen meines Herzens nicht hören und ob er davon aufwachen wird? Wieso war ich trotz all der Monate noch immer so verschreckt, so unglaublich zerstreut wie am Tag als wir uns kennenlernten und wir unsere Infusionsständer mit handgeknüpften Wollbändchen dekorierten? Wieso zitterte ich, nicht aus Angst vor ihm -, mehr aus Angst vor mir selber -; nicht aus Furcht vor unserem Zusammensein und doch je öfters ich auf seine Bettseite rübersah, sein Geruch mir in die Nase stieg -, Julien riecht so gut -, desto mehr kam es mir vor als sei ich in einem Traum, nein mehr in einer Spirale gefangen.

Nicht zweifeln, rede ich mir ein! In der Wirklichkeit suche ich Halt und will meinen Platz finden, mir ständig immer beweisen, ich bin tatsächlich hier; hier mit ihm, er liegt neben mir, tatsächlich, es ist keine Illusion, doch immerzu brauche ich diese unleugbare greifbare Vergewisserung.

Darum tastete ich mich langsam heran, rückte näher und näher, während mein Herz noch immer in diesem ganz, ganz schrecklichen Rhythmus schlug bis meine Fingerspitzen sein schwarzes Haar berührten, schwarz wie meines, doch wo meine Haarspitzen auf den Schultern auftreffen, so liegen seine knapp unter den Ohren. Je näher ich rückte, desto mehr berauschte mich sein Duft und je mehr die Wärme unter der Decke zunahm, umso weniger glaubte ich an dieses Leben, weil es zu schön ist um wahr zu sein. Wieso kann ich unsere ganze Schönheit nicht akzeptieren?

Als ich kurz seine nackte Haut an den Hüften berührte drehte er sich plötzlich um. Dann bin ich wieder abrupt erschrocken, wie beim ersten Mal!

Er ist hier! Komm schon Leslie, er ist hier! Mach die Augen auf! Schau hin! Er ist hier! Das ist kein Traum! Die Enttäuschungen liegen hinter dir! Er ist hier! Schau in seine eisblauen Augen! Er ist hier! Du darfst ihn berühren! Du darfst dich eng anschmiegen! Er ist hier! ER IST DOCH HIER!!!

Julien streckte die Hand nach mir aus, eine einladende Geste und er ließ ein Lächeln folgen. So legte ich mich dicht zu ihm, Gesicht an Gesicht, und als er mich in die Arme nahm, so hab ich ihm nur noch stärker, fester an mich gedrückt, um mir wirklich sicher zu sein hier mit ihm zu leben. In dieser Zeit! In dieser Gegenwart! Herzschlag an Herzschlag! Und je mehr ich zitterte, an diesem Jetzt zweifelte, umso mehr Wärme und Hitze gab er liebevoll von sich für mich ab. Hände, die mir über den Rücken streichelten. Finger an meinem Hals, auf meiner Brust, jede Berührung in seiner ganz besonderen Zärtlichkeit, wodurch sich diese Nacht noch mehr verschönerte, und obwohl ich keine Sterne draußen am schwarzen Aprilhimmel sah, blitzen sie in mir drinnen umso zahlreicher auf.
Berührungen waren Sterne!
Küsse waren Sterne!
Und…und…und…da war unser Universum!

17.4.18 17:11


Apriltage wie Diese!

Oft hab ich mich gefragt, las ich in den Tagebüchern anderer, wie es sein mag nicht allein für sich selber schreiben, sondern zu wissen, andere lesen mit und geben ihre Urteile über mich ab, genauso wie ich meine Einschätzungen bereithielt und mir meine Gedanken über Einträge von Personen machte, die ich bloß vom Lesen her kenne, nicht persönlich, und doch – so denke ich – sind es letztlich Worte, die trotz allem auch in gewisser Weise ein verlängerter Arm, ein verlängerter Gedanke sowie ein erweitertes Gefühl von der betreffenden Person sind. So auch von mir!

In Worten läßt sich ganz gut die Persönlichkeit eines Menschen erkennen, denn neben der Sprache führt auch die Schrift Menschen zusammen, und da ich ehrlich zu mir selber sein will, aufrichtig auch zu meinem Freund, versuche ich auch in und zwischen den Zeilen meine inneren Werte sowie bewahrten Prinzipien so gut es mir eben schriftlich möglich ist warmherzigen Ausdruck zu verleihen. Gefühle sind oft schwer in Worte zu fassen, das macht sie aufregend, zu einem Abenteuer, zwar auch zu einer Achterbahn oder man glaubt in einem außer Kontrolle geratenen Karussell zu sitzen, doch dessen ungeachtet lasse ich mich gerne auf diese wunderbar verrückte Reise mitnehmen, weil ich weiß, ich werde irgendwann ankommen und kann mich als unverzerrtes Spiegelbild ertragen. Wenn ich offen und aufgeschlossen zu anderen bin, ob tagtäglich im Umgang mit ihnen oder in meinen Zeilen, dann finde ich auch in mir einen würdigen Ruhepol, um Julien auch mehr von mir preiszugeben wie er es tut, damit wir noch enger zusammenfinden und es auch bleiben. Ich will mir zutrauen dürfen diese Tiefe für uns Beide zu entdecken!

Natürlich habe ich auch Angst, das ist normal, weil ich zu leicht durcheinandergerate und all das Empfinden mich klein und schweigsam wirken läßt, wenn ich für einen Moment alleine bin, mir winzig und die Welt so groß vorkommt. Dann höre ich mich laut denken und es ist wie ein Schrei.

Nicht selten graut mir davor, wenn ich davon ausgehe, ich kann die intensiven Gefühle für Julien in mir nicht bis zur Gänze ausschöpfen und er denkt womöglich, ich beachte ihn zu wenig, obwohl er mir jedes Mal süß und spürbar zu verstehen und fühlen gibt, wie glücklich er an meiner Seite ist. Verliebtsein ist ein Wechselspiel und selbst nach all den Monaten ist die größte Angst bei mir selber zu suchen und auch zu finden!

Doch die Zweifel in mir bleiben, weil ich mir am Ende selber nicht verzeihen kann, sollte ich ihm zu geringem Raum in meinem großen Herzen gegeben haben! Wenn ich schließlich weine, dann aus Wut über mich, doch ist dies eitel oder verständlich? Bin ich letztlich noch mehr verwirrter als zuvor, weil ich innerlich in einem Spiegelkabinett stehe und mir all die verformten Fratzen entgegenstarren, die allesamt ein Teil von mir sind und mich das Fürchten lehren. Ob es Wahrheit ist oder Einbildung, komme ich mir vor als stehe ich ständig am Abgrund, oder ist es bloß ein fühlbares Echo aus der Vergangenheit, das nachwirkt? Letzten Endes liegt es an mir, ob ich diese Schwäche zulasse oder die Dunkelheit in mir gewinnt.

Trotz all der vermeintlichen Selbstzweifel, fühle ich mich ihm so nahe und wenn er mich festhält, dann gehen mit jedem Kuß tausend Sonnen auf!

17.4.18 13:09


Erster Eintrag und Aprilregen

Heute fällt früh die Dämmerung und hin zum Fenster wenden genügt, um den Eindruck bestätigt zu bekommen, ein Bild von Grau in Grau. Naß, trüb, die Region fällt unter der Aprillaune zusammen und hinterläßt ein miefiges Alltagsgemälde aus erwartungsgebietender Farblosigkeit.

Innerlich bin ich schon auf den Abend eingestellt und schweife noch weiter voraus. Eine gesamte Woche liegt noch unvorhersehbar vor uns.

Wie seltsam alles ist, dachte ich schon heute Morgen als ich aufgewacht bin und hin zum Fenster blickte. Alles war bleich und doch hell genug.

Julien, mein Freund, war auch zeitgleich aufgewacht und wir kuschelten noch ein Bißchen (ich bin richtig verspielt und verkuschelt) bevor wir aufstanden und in die Küche gingen. Aus dem Bett aufstehen hat immer den blöden Nebeneffekt Kühle und Frische auf nackter Haut zu spüren.

Gestern waren wir am Flohmarkt gewesen und das Wetter war auch besser. In einer Kiste, ich staunte nicht schlecht, fand ich ein niedliches Büchlein und zwar mit dem Titel „Julie und Schneewittchen“ von Franca Düwel. Dabei hab ich ganz schön geschmunzelt, weil mein Freund Julien heißt, woraufhin er mich mit seinen großen azurblauen Augen angesehen hat. Keine Ahnung, worum es in dem Buch geht, aber allein wegen dem interessanten Titel wollte ich es unbedingt in der Sammlung haben und lächele noch immer gucke ich hinüber ins Regal. Ich sollte es echt anfangen zu lesen, aber ich meine, die zwei Euro sind es allemal wert gewesen, vor allem auch weil die Frau, die das Buch verkaufte, mir verriet ihre eigene Tochter habe es auch gelesen. So ging das Buch ihrer Tochter auf mich über und ich werde wirklich gut darauf aufpassen.

Der Flohmarkt war eine tolle Gelegenheit, um auch einige T-Shirts einzukaufen, die sonst im Geschäft oder in der Boutique 50-60 Euro kosten und die Leute diverse Markenklamotten zwischen 50 Cent bis 3 Euro verkauften. Eine wunderbare Chance den Kleiderschrank aufzufüllen.

Waschen ist natürlich notwendig, was soll’s, das ist keine Schwierigkeit, aber ich freu‘ mich voll über die einzelnen Oberteile. So super!

Glücklicherweise ist es bis Mittag immer wärmer geworden, leicht windig, aber milder und dafür regnet es heute wie aus einer Gießkanne.

Eigentlich mag ich Regen, ja sogar sehr, wir ließen die Balkontür offen und der Regen duftete nach frischem April und frühlingshaften Regentropfen. Naja, der Donnergroll ließ mich ab und zu zusammenzucken, da bin ich wohl ein wenig schreckhaft, aber das bin ich immer schon gewesen.

Julien hat mich dann gehalten, wir saßen am Sitzsack, sahen den Regen fallen und hörten Musik. Die Gruppe MEDEN AGAN gefällt uns sehr. Wird wahrscheinlich den Wenigstens etwas sagen; naja, wir hören gerne Sachen, die Andere weniger hören, oder von unbekannten Bands.

Später machten wir leckeres Abendessen und jetzt, schaue ich aus dem Fenster, tritt früh die Dämmerung ein, was mich schläfrig stimmt

Heute Abend heißt es dann noch Serien schauen, THE TERROR werden wir fertig sehen, es uns auf der Couch gemütlich machen und uns eine Kuscheldecke herbeiholen. Ich mag den Namen „Kuscheldecke“, er klingt richtig vorfreudig, weil man sich darunter eben zu zweit richtig gemütlich einkuscheln kann. Es ist als würde ich mir eine flauschige zweite Haut überziehen. Ich weiß, es hört sich albern an, aber ich empfinde es so.

Für den ersten Eintrag sollte es reichen, um einen kleinen Einblick zu verschaffen, was heute so passiert ist. Nichts aufregendes, außer für uns!

 

16.4.18 19:53





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